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i.v.-Antibiotikakur zu Hause |
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Wie es im Leben eines CF-lers manchmal so geht: Der Blick nach draussen zeigt Novemberwetter schon im Oktober, der Stimmungsbarometer steht auf Winterschlaf, die Lunge kläfft nach Antibiotika. Ich könnte diesem Wunsch noch ein wenig entgegenhalten, doch ein Sieg meinerseits wäre unwahrscheinlich, so entscheide ich mich doch lieber rechtzeitig für eine IV-Kur. Mittlerweile bin ich auch schon mittendrin, und zwar zu Hause. Es ist meine dritte Heimkur und ich bin davon so begeistert, dass ich euch gerne einen Einblick geben möchte, wie so eine Heimkur funktionieren kann. (...sieht von Spital zu Spital ein bisschen anders aus, vielleicht möchte ja mal jemand seine eigenen, ganz anderen Erlebnisse darüber schreiben) 1. Die Medischlacht Nachdem die Pumpe und alle Medikamente bestellt sind, abgecheckt, was zuhause noch so rumliegt, kreuze ich im Spital mit Wäschekorb und 2-3 Migrostüten auf, lasse mich untersuchen (das übliche) und von einer sympa-thischen Krankenschwester lochen. Ein Port-a-cath würde die Sache vereinfachen, ist aber dank meiner Supervenen noch nicht nötig. Theoretisch koennte ich schon nach Hause, schalte aber noch einen einstündigen Zwischenstop in der Cafeteria ein, um sicher zu gehen, dass ich das neue Medikament vertrage.
2. Die Pumpe ist in meinem Fall die Alternative zum guten alten Freund "Fusleständer". Das Gerät ist 20x9 cm gross, lässt sich umhängen oder an den Gurt schnallen und pumpt bis zum Ableben der Batterie zuverlässig Antibiotika in die Vene. Schonend, da regelmässig. Und Spaziergänge sind auch auf unebenem Boden möglich, weil das Gerät besser getragen als geschoben wird. Meine Begeisterung lässt sich nicht verstecken.
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3. Abfüllen Das Medikament, welches schlussendlich in den Körper soll, will zuerst mal in die Pumpe, und das ist ein ganz schönes Stück Arbeit, die man zuhause natürlich nicht einfach den Schwestern überlassen kann. Als erstes löse ich die Medikamente auf (in diesem Fall Meronem in NaCl) und fülle die Einwegkassette der Pumpe mit Hilfe einer Spritze. Das tönt ja easy, doch ich brauche etwa eine halbe Stunde, um die Ration für den nächsten Tag vorzubereiten. Die Arbeit ist nicht anstrengend, im Gegenteil, ich mache das ganz gerne, gute Musik vorausgesetzt.
4. Reinschlürfen Wie im Spital auch, bekomme ich zwei Medikamente. Alle 12 Stunden, bei mir um 10 Uhr morgens und abends, bereite ich eine Kurzinfusion mit Obracin vor. Das erklärt die Büroklammern, die an kurzen Schnüren in jedem Zimmer unserer Wohnung hängen, an welche ich die kleinen Plastikflaschen mit dem Medi hänge. Während es tropft (ca. 30 Min.) wechsle ich schon mal die Meronemkassette und programmiere das Gerät auf 11.5 Stunden, damit ich am Schluss nur noch den Dreiweghahn umstellen und auf Play drücken muss. Wenn ich es zusammenrechne, habe ich inkl. Obracin reinlassen einen täglichen Arbeits-aufwand von ca. eineinhalb Stunden. Keine anstrengende Arbeit, aber der Kopf muss bei der Sache sein, und dies zwangsläufig auch noch um 10 Uhr Abends. Damit mir die Arbeit nicht komplett über den Kopf wächst, brauche ich zumindest eine Hilfe im Haushalt, einerseits um die Infusion zu schonen, andererseits um zwischendurch die nötige Ruhe zu haben. Wer sich lieber verwöhnen lässt, ist aus diesem Grund im Spital besser aufgehoben. Dafür habe ich zuhause meine gewohnte Umgebung, etwas zu tun und fühle mich ganz einfach weniger krank. Ins Spital muss ich nur, wenn es Komplikationen gibt, normalerweise einmal neu lochen oder ein paar vergessene Medis holen, und natürlich nach 2 Wochen die Pumpe zurückbringen, da meistens schon wieder jemand drauf wartet. Ich freue mich schon auf diesen Moment. Dann noch die beiden 60-Liter Güselsäcke mit Mediabfall vors Haus stellen und die Fusle-freie Zeit geniessen! Urs Kriech, Februar 2001 |
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